Kleidung | Nähprojekte

Eleganter Blazer selbstgenäht – oder die nervenaufreibende Sache mit den Paspeltaschen

7. Dezember 2020
blazer-mit-paspeltaschen-selbst-gemacht

[Unbezahlte Werbung] Ein Blazer geht einfach immer! Egal, ob Sommer oder Winter, Herbst oder Frühling. Er macht jeden Look mit einem Schnips elegant und stilvoll. Ich habe im Sale einen traumhaft schönen Stoff ergattert, der unbedingt in einen schicken Blazer verwandelt werden wollte. Was so schön klingt, war aber in Wirklichkeit ein Auf und Ab der Gefühle. Mehr erfahrt ihr hier!

Da war mal wieder dieser Moment, wenn man einen Stoff in der Hand hält und ganz genau vor Augen hat, was es mal wird. Unter den Angeboten habe ich die 1,5 m entdeckt und mich richtig auf die Verarbeitung des Stoffs gefreut. Etwas Bügelvlies, Garn und ein dunkles Futter, das ich noch vom Herrenfrack übrighatte, waren die Hauptzutaten bei diesem Nähprojekt.

Und auch das passende Schnittmuster war schnell gefunden. Ein klassischer Blazer ohne viel Schnickschnack und ohne auffälligen Kragen sollte es werden. In einer älteren Burdastyle Zeitschrift (09/2016 Modell 108) bin ich fündig geworden. Schlichte Eleganz – so könnte man es wohl auch betiteln. Denn das einzige Accessoire des Blazers sind die zwei filigranen Paspeltaschen. 

Die Paspeltaschen-Premiere oder Misere?

Ich denke der Titel trifft es schon auf den Punkt. Denn Paspeltaschen hatte ich zuvor noch nie genäht. Doch wie bei den meisten Nähprojekten, war es auch bei diesem Blazer-Projekt wieder an der Zeit, sich dem Unbekannten zu stellen und das Nähwissen „learning-by-doing“ zu erweitern.

paspeltasche
(c)sewingandscones.de

Nur mit der schriftlichen Anleitung kam ich aber nicht weit. Ich sah mir einige Video-Tutorials an und verstand so nach und nach, wie ich vorgehen musste. Also ran an die Paspeltasche! 

Paspeltasche Nummer 1

Beim Aufschneiden des Seitenteils, wo später einmal die Taschenöffnung sein sollte, war ich schon etwas unsicher. Denn einmal ein Loch im Oberstoff, immer ein Loch im Oberstoff. Und meine Zweifel waren berechtigt. Mit dem zaghaften Schnitt der Stoffschere durch den wunderschönen Stoff beging ich nämlich einen Fehler, der mich noch viele Nerven kosten sollte.

Der Schnitt für die Taschenöffnung war nämlich nicht da, wo er sein sollte, sondern leicht versetzt. Da es bei Paspeltaschen aber eben auf diese Genauigkeiten ankommt, war so schon alles verloren. Trotzdem nähte ich die Tasche so gut es eben ging weiter und übte so immerhin für die nächsten Paspeltaschen – ihr lest richtig: PaspeltascheN!

Paspeltasche Nummer 2

Wie sagt man so schön: Aus Fehlern lernt man. Und tatsächlich wurde schon die zweite Paspeltasche richtig vorzeigbar. Die Öffnung habe ich dieses Mal noch zaghafter und behutsamer aufgeschnitten. Mit dem Unterschied, dass es diesmal perfekt passte. Sofort hatte ich neue Motivation. Und wie schade wäre es, den Blazer wegen der ersten missratenen Paspeltasche letztlich nie tragen zu können? Und so kam es, dass ich Paspeltasche Nummer 3 in Angriff nahm, die Paspeltasche Nummer 1 ersetzen sollte.

Paspeltasche Nummer 3

Jaja, Übung macht den Meister – noch so eine Redewendung, die auf mein Blazer-Projekt zutrifft. Paspeltasche Nummer 3 war ebenso vorzeigbar wie Paspeltasche Nummer 2. Voller Stolz steckte ich die Seitenteile ans Rückenteil und dann – na ahnt ihr es schon? 

Dann ist mir nämlich etwas passiert, was mir so glaube ich noch nie passiert ist. Ich habe Paspeltasche Nummer 3 auf dieselbe Seite wie Paspeltasche Nummer 2 genäht. Resumée: Ich hatte zwei super schöne Paspeltaschen auf der rechten Seite – und nach wie vor die misslungene Tasche auf der linken Seite. Nach so einer hohen Fehlerquote habe ich das Projekt erst einmal zur Seite gelegt.

Paspeltasche Nummer 4

Doch diesen wirklich groben Fehler wollte ich nicht lange auf mir sitzen lassen. Schon am nächsten Tag sammelte ich die letzten Stoffreste zusammen, die wirklich gerade so – und ich meine wirklich GERADE SO – für einen letzten Versuch ausreichten. Zum Glück hat der Stoff kein Muster, so konnte ich dem Fadenlauf etwas trotzen und unbemerkt die letzten Stoffreste zusammenkratzen. Und Halleluja! Irgendwann da hatte ich tatsächlich die linke und die rechte Seite an das Rückenteil gesteckt, geziert mit zwei wunderschönen Paspeltaschen!

paspeltasche-detail-ansicht
(c)sewingandscones.de

Ärmel annähen – die ungeliebte Tätigkeit

Jaja, ihr wisst es schon, Ärmel annähen zählt nicht zu meinen Stärken. Auch bei diesem Nähprojekt hatte ich damit erneut zu kämpfen. So ganz ohne Falten war es einfach nicht möglich. Ich trennte die Ärmel mehrfach ab, bis ich letztlich mit dem Ergebnis einigermaßen zufrieden war.

blazer-selbstgenaeht
(c)sewingandscones.de

Knopf oder kein Knopf?

Nach diesem wirklich Nervenaufreibenden Näherlebnis wurde es zum Glück ruhiger an der Fehlerfront. Das Futter war schnell und unkompliziert angenäht und die Anproben erfüllten mich immer wieder mit Vorfreude auf die Fertigstellung. Der Blazer passte einfach wie angegossen! 

futter-im-blazer
(c)sewingandscones.de

Die letzte Frage, die ich aber bis heute noch nicht beantwortet habe: Knopf oder kein Knopf? Was meint ihr? 

blazer-naehen-projekt
(c)sewingandscones.de

Weitere selbstgenähte Jacken und Blazer habe ich euch hier verlinkt:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.