Kleidung | Nähprojekte

Meine neueste selbstgenähte Kreation: Federleichte Bluse mit luftigen Ärmeln

12. Juli 2020
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[Unbezahlte Werbung] Es war einmal ein wunderschöner, leichter Stoff mit betörenden Farben und wunderschönen Jugendstilornamenten. Er schlummerte schon über sechs Jahre in der Stoffkiste – viel zu lang oder? Was wohl aus dem Traumstoff geworden ist …

Viel zu lange lag der schöne Stoff unangetastet in meinem kleinen, aber feinen Stofflager. Kürzlich, als er mir mal wieder in die Hände fiel, dachte ich, so kann das nicht weiter gehen! Ein Schnitt muss her, damit der Stoff endlich seine Bestimmung findet. 

Und so schnappte ich mir meine liebsten Nähzeitschriften und stöberte nach dem perfekten Schnitt. Die Schwierigkeit: Ich hatte nur 1,40 m. Also für ein Kleid, ein Rock oder eine langärmelige Bluse würde es wahrscheinlich nicht reichen. Daher lautete die Mission: kurzärmelige Sommerbluse! Und weil der Stoff so wunderbar luftig ist, sollte die Bluse das auch verkörpern.

Der perfekte Schnitt

Lange, lange war ich auf der Suche. Letztlich habe ich mich in einen Schnitt aus einer neueren Burdastyle Ausgabe verguckt. Etliche Male hatte ich ihn überblättert und nicht wahrgenommen, weil ich die Modelle in der Zeitschrift nicht so schön fand. Doch als ich die technische Zeichnung gesehen habe, konnte ich mir diese Bluse plötzlich sehr gut mit dem Sommerstoff vorstellen. Die Idee war geboren …

Meine Anpassungen am Schnitt

Der Basis-Schnitt stammt aus der Burdastyle 06/2020 Schnitt 114. Allerdings hat meine Kreation nicht mehr viel mit dem eigentlichen Modell gemeinsam. All das was mich am Schnitt gestört hat, habe ich abgeändert. So habe ich den Schnitt im ersten Schritt um eine Größe verkleinert. Danach war die größte Veränderung an der Reihe: der Ausschnitt. Der Originalschnitt sieht einen V-Ausschnitt vor. Vermutlich war es auch dieses kleine Detail, das mich bei den Modellaufnahmen in der Zeitschrift immer irritiert hat. Gut – mir war klar, meine Bluse würde keinen V-Ausschnitt haben, sondern eine Art U-Boot Ausschnitt. 

Im Nachhinein sehr amüsant, während des Nähens aber eine kleine Katastrophe: Wenn der V-Ausschnitt wegfällt, wie bitte zieht man die Bluse dann an? 🙂 Diesen kleinen Denkfehler bemerkte ich bei der ersten Anprobe. Denn klar, durch den tiefen V-Ausschnitt zog man nun einmal die Bluse über den Kopf.

Gut – so wurde das kleine Nähprojekt eben doch etwas aufwändiger als gedacht. Ich schnitt das Rückenteil von oben etwa 20 cm ein, fertigte Besätze für den gesamten Ausschnitt an, brachte sie an und schloss das Rückenteil mit einem goldenen Knopf, den ich noch in meiner Sammlung gefunden hatte – Problem gelöst!

So wird die federleichte Bluse genäht

Der Schnitt besteht aus nur vier Stoffteilen – die Bluse ist also recht übersichtlich. Die luftigen Ärmel werden nicht extra angenäht, sondern fallen schon von den Schultern herab.

Im ersten Schritt werden die Schulternähte eingereiht, also gekräuselt. Auf diese Weise fällt die Bluse schön locker und natürlich. Danach werden die Schulternähte des Vorder- und Rückteils aneinandergenäht.

Im Anschluss werden die Besätze an der offenen Innenkante versäubert und an der anderen Kante rechts auf rechts an den Ausschnitt genäht, gewendet und gebügelt.

Abschließend müssen alle Kanten und der Saum noch umgeschlagen und versäubert werden – der Step macht mir am wenigsten Spaß. Die Rundungen der Ärmel zu versäubern war gar nicht so einfach …

Französische Nähte – perfekt für leichte Stoffe & meine federleichte Bluse

Ich gebe zu, das war vermutlich der Grund, weshalb der arme Traumstoff so lange in der Stoffkiste schlummern musste: Einen so leichten und feinen Stoff zu versäubern, das stellte ich mir schwierig vor. Doch französischen Nähten sei Dank! 

Das gesamte Innenleben ist mit dieser Methode versäubert und ich bin hellauf begeistert! 

So näht ihr französische Nähte

Etliche YouTube-Tutorials veranschaulichen sehr gut, wie es funktioniert. Ich fasse das Hexenwerk mit einigen Worten zusammen – auch um zu verdeutlichen, dass es wirklich nicht schwer und einen Blick in die Videoplattform wert ist.

  1. Die 2 Stoffteile, die versäubert werden sollen LINKS auf LINKS übereinanderlegen (also genau anders, als man es eigentlich macht)
  2. 0,5 mm neben der Nahtlinie (also auf der Nahtzugabe) absteppen
  3. Die Nahtzugabe bis ca. 3 mm neben der Naht abschneiden und auseinanderbügeln
  4. Jetzt die Teile wenden, so dass RECHTS auf RECHTS liegt
  5. Über die Naht nun von dieser Seite bügeln, dass die Kante schön eben ist
  6. Jetzt final die Nahtlinie entlangsteppen (die Stoffe liegen immer noch RECHTS auf RECHTS)
  7. Und fertig ist die saubere Innennaht

Die fransige Kante des Stoffs wird also wie in einem Schlauch eingenäht und verschwindet so gänzlich. Richtig raffiniert, finde ich! Wer das noch nie gemacht hat, sollte es unbedingt einmal testen.

Mehr Blusen-Inspiration gefällig? Meine zarte Seidensatin-Bluse ist zwar ein ganz anderes Modell, aber auch sehr elegant.

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