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Herrenhemd Upcycling – Wie aus einem Teil sechs wurden

16. April 2020
einsteckkragen-unter-pullover

Wenn Mann aussortiert, fliegen meist Mengen an Kleidung, aus denen man noch so viele tolle Dinge nähen könnte. Ich sitze zumindest dann immer über einem Berg von Hemden und Pullis, Shorts und Poloshirts und bringe es einfach nicht übers Herz, diese einfach wegzugeben. Da steckt doch so viel schöner Stoff drin! Kürzlich wagte ich mich also an mein erstes Herrenhemd Upcycling. Was ist wohl aus dem kaputten Hemd entstanden?

Über: Das kaputte Herrenhemd

Hemd-upcycling
riss-im-herrenhemd

Fangen wir doch mal bei der Basis an. Da haben wir dieses wirklich schöne Button-Down-Hemd einer nicht unbekannten Marke, welches ich mir durchaus vorstellen könnte selbst zu tragen. Doch es hat natürlich einen Grund, weshalb es aussortiert wurde. Leider ist es am Rücken gerissen und unglücklicherweise nicht an der Naht, sondern etwas versetzt davon. Noch dazu hat es einige kleine Flecken, die sich selbst nach einer intensiven Fleckenbehandlung nicht verabschieden wollen. Also höchste Zeit, dem Hemd ein neues Leben zu schenken, oder?

Der Plan: Aus Herrenhemd mach Damenhemd

Wenn Mann es nicht mehr haben möchte, könnte es doch etwas für mich sein, oder? Nachdem besonders der Kragen bei diesem Hemd sehr hübsch ist, hatte ich mir also überlegt, mich auf den Hemdkragen zu fokussieren. Es sollte ein Einsteckkragen für mich entstehen. Gerade jetzt im Frühling finde ich diese Fake-Krägen perfekt, denn man ist nicht zu warm angezogen, hat aber doch ein tolles Statement gesetzt mit einem Hemd unter dem Pulli. 

Also knöpfte ich mir den Kragen vor. Ich nahm etwas Papier und legte die Form meines Einsteckkragens fest. Circa 10 cm vom Halsausschnitt nahm ich Richtung Schulternaht. Im Anschluss spiegelte ich meine Papierschablone auf die andere Seite, sodass der Einsteckkragen auch symmetrisch wurde. Ähnliches Spiel auf der Rückenseite. Die Rückenfalte behielt ich übrigens bei, denn die Naht wollte ich ungern auftrennen.

Einsteckkragen-selbst-naehen
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Im nächsten Schritt habe ich meinen aufgemalten Schnitt mit der Stoffschere ausgeschnitten und mit der Overlock rundum versäumt. Und das war es auch schon! Fertig ist der Einsteckkragen, entstanden aus einem aussortierten Hemd.  

Da geht noch mehr – Ein neuer Kinderrock ist auch noch drin

Da saß ich nun vor meinem Einsteckkragen, wahr mehr als zufrieden mit dem Ergebnis und bemerkte, dass noch sehr viel Stoff übrig ist. Viel zu viel wertvoller Stoff, den ich nicht einfach wegwerfen konnte. 

Knopfleiste-eines-alten-Herren-hemds

Besonders die Knopfleiste hat es mir angetan. Diese ist doch perfekt geeignet für einen Rock, oder? Natürlich kommt nur ein Kinderrock in Frage, doch das ist ja auch nichts Schlechtes. Egal, ob für das eigene Kind, als Geschenk für die Nichte oder die Tochter einer Freundin. Der Kinderrock ist sommerlich und macht einiges her. Also ran an die Schere und die Nähmaschine. Ruckzuck hat auch das Kind ein neues Kleidungsstück, gezaubert aus einem kaputten Herrenhemd.

Hemd-upcycling-naehen

Zu Beginn habe ich das Hemd am zukünftigen Rockbund gerade abgeschnitten. Nachdem genau in diesem Teil der Riss war, musste ich das Hemd auch an den Seiten aufschneiden und auf beiden Seiten circa 2 cm abnehmen. Danach nähte ich die Seitennähte rechts auf rechts wieder mit der Overlock zusammen. Im nächsten Schritt habe ich mir den Bund vorgeknöpft. Einfach den Bund nach innen umbügeln und die offene Seite erneut umbügeln, sodass der Rock am Bund nicht ausfranst. Die Seiten an der Knopfleiste müssen offenbleiben, da hier später der Gummi durchgezogen wurde. Einmal mit einem gerade Stich absteppen, Gummi einziehen und die Öffnungen schließen. Fertig ist der süße Kinderrock für warme Sommertage.

Kinderrock-selbst-naehen

Aus den Hemdärmeln wird eine Herrenfliege

Nun gut, da hatte ich nun innerhalb kürzester Zeit einen Einsteckkragen und einen Kinderrock genäht. Doch nach wie vor, hatte ich eine große Menge Stoff vor mir liegen. Da holte ich meine Schablone für den selbstgemachten Selbstinder hervor und bemerkte: Die Hemdärmel geben genau die perfekte Stoffmenge für eine Herrenfliege her. 

Ihr könnte euch vorstellen, dass dieser innerhalb kürzester Zeit genäht war. Etwas Vliesline hatte ich noch in meinem Vorrat und somit hatte nun auch der Herr, der dieses tolle Hemd gespendet hatte, wieder etwas dafür zurückbekommen.

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Die ausführliche Anleitung, wie ihr eine Herrenfliege selbst näht, findet ihr im Blogbeitrag „Selbstbinder DIY – Fliegen zum Binden selbstgenäht“.

Hemdärmel Upcycling die Zweite: Süße Haarschleifen für Mädchen

Trotz Selbstbinder, gab es noch Hemdärmel-Reste. Diese habe ich kurzerhand zu Haaraccessoires für Mädchen umfunktioniert. Dafür habe ich zwei lange Rechtecke ausgeschnitten, rechts auf rechts festgesteckt und nah an der Kante abgesteppt, gewendet, gebügelt und die offenen Seiten zugenäht. Nun noch einmal heiß bügeln und die Stoffschläuche dann um einen Haargummi zu einer Schleife binden. Zwei solcher Haarschleifen sind bei mir dabei herausgekommen und sie passen natürlich perfekt zum Kinderrock. Gibt auch ein tolles Geschenk ab, oder?

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Scrunchies gehen immer – Dieses Hemdteil war die Basis für den Haargummi

 Scrunchies kann man einfach nicht genug haben, oder? Und als ich da nun die letzten Reste des Herrenhemds sah, bemerkte ich, dass der Ärmelbund die perfekte Basis für ein Scrunchie ist. Der Bund ist nämlich schon doppelt gelegt, daher müssen die zwei Teile nur noch aneinandergenäht, ein Gummi durchgezogen und an den Öffnungen wieder verschlossen werden.

Scrunchie-selbst-gemacht-aus-altem-Herrenhemd

Die Anleitung für Scrunchies findet ihr ebenfalls auf meinem Blog, in folgendem Artikel „Scrunchies selber nähen“.

Habt ihr schon einmal ein Hemd upgecycelt? Was habt ihr daraus gezaubert?

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