Kleidung | Nähprojekte

Die perfekte, selbstgenähte Übergangsjacke – kuscheliges Cape für die ersten warmen Tage

15. März 2020
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[Unbezahlte Werbung] Immer öfter spitzt sie raus, die Sonne, und bringt frühlingshafte Temperaturen mit sich. Das Vogelgezwitscher und dieser unbeschreibliche Geruch nach Frühling läuten diese wunderbare Jahreszeit ein. Nicht mehr lange, dann wird der Wintermantel zu warm, der Trenchcoat hingegen ist noch etwas zu luftig – was muss also her? – Genau, ein Cape!

Ich hatte ehrlich gesagt noch nie ein Cape, fand es aber schon immer schön, wenn ich es bei anderen gesehen hatte. Als ich einen Wollstoff im Sale ergattert hatte, war mir klar, das würde mal ein Cape werden! Ein passendes Schnittmuster war schnell gefunden, die restlichen Zutaten besorgt. Es konnte also losgehen!

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Wollstoff vor dem Nähen waschen oder nicht?

Pustekuchen! Nix da, mit direkt los nähen… Wolle dachte ich, muss nicht gewaschen werden, und nachdem ich mich etwas belesen hatte, fand ich auch immer mehr Zuspruch auf diese Annahme. Doch mein Wollstoff musste gewaschen werden, denn ganz angenehm roch er nicht. Also, wie wäscht man bitte über 4 Meter Wolle richtig? Ich muss sagen, diese Diskussion mit mir selbst und die Recherche haben wahrscheinlich am meisten Zeit beim Nähen des Capes gekostet. Ich wollte den Stoff nicht ruinieren, doch gewaschen werden musste er einfach. Doch würde bei 4 Meter Stoff, überhaupt der Wollwaschgang etwas nutzen? 

Nach langem Abwägen landete der Wollstoff nun doch in der Waschmaschine, trocknete zwei Tage und war dann bereit für die Nähmaschine. Der Stoff hat sich nicht verzogen und wurde auch nicht knittrig. Die richtige Entscheidung also!

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Cape nähen – Der Zuschnitt

Ein Cape besteht aus wenigen, dafür aber großen Teilen. Das alleine ist schon eine kleine Herausforderung beim Zuschnitt. Denn für solche großen Schnittteile muss nun einmal der Boden herhalten. Einmal Futter, Wollstoff und Vlieseline zugeschnitten, kann es auch schon weiter gehen.

Nähmaschine an! Los geht’s

Mein Cape hat, so wie es sich für ein Cape gehört, keine Ärmel, sondern stattdessen Schlitze, durch die man greifen kann. Gleich zu Beginn habe ich die Schnittteile über eben diesen Schlitzen zusammengenäht, was mir direkt einen Schub Motivation beschert hat, denn das Cape ließ sich ruckzuck erahnen. Im Anschluss habe ich die Passen genäht, das Cape kam immer mehr in Form! 

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Kleines Problemchen: Mittleres Rückenteil. Das Schnittmuster sieht vor, dass das mittlere Rückenteil ohne Falte im Rücken eingesetzt wird. Bei mir war aber plötzlich ganz viel Stoff übrig! Da ich den Schnitt verändert hätte, wenn ich einfach das Stück, das zu viel war abgeschnitten hätte, entschied ich mich kurzerhand dazu, die Falte einzusetzen. Mein nun ganz individuelles Cape besitzt also eine Rückenfalte, die hat sonst bestimmt niemand!

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Der integrierte Schal

Es gibt ja zahlreiche Schnittmuster für Capes. Das Kleidungsstück ist und bleibt einfach ein Klassiker. Egal, in welche Zeit man so zurückblickt, die Menschen haben immer wieder zu dem funktionalen, wärmenden und auch sehr schicken Jackenersatz gegriffen. Doch die Wahl meines Schnittmusters fiel mir leicht, denn ich wollte ein Cape mit Schal – oder besser gesagt mit Bindebändern. Denn ich kenne mich, selbst im Frühling brauche ich einen Schal oder ein Tuch. Und mein Cape, kombiniert mit irgendeinem Schal konnte ich mir nicht so gut vorstellen. Daher wird der Schal eben direkt an das Cape drangenäht, mit genau demselben Wollstoff.

Klingt so easy, war es aber nicht! Die Bindebänder an sich waren fix genäht. Einfach rechts auf rechts die Bänder abnähen, wenden und fertig. Doch wie bitte bringt man diese Bindebänder richtig am Cape an? Mir ist das bis jetzt noch nicht ganz klar. Der Kragen besteht aus einem Halsausschnittbesatz und den Bindebändern. Wie genau diese zusammengenäht werden sollten, kam meiner Meinung nach nicht so deutlich aus der Anleitung heraus. Egal, denn ich habe die Elemente nach bestem Wissen und Gewissen so zusammengenäht, wie es mir am sinnvollsten erschien. Und tada! Es schaut gut aus und passt.

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Futter, Saum und Knöpfe – Das Cape ist bald fertig!

Da war ich nun auf der Zielgerade, nur noch Futter, Saum und Knöpfe, doch diese drei To-dos waren tatsächlich die, die mir am meisten Zeit gekostet haben. 

Das Futter war schnell und unkompliziert genäht. Auch eingenäht war es schnell, zumindest an den Stellen, die mit der Maschine genäht werden konnten. Doch dann kam der zeitintensive Teil: Mit der Hand nähen! 

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Sehr viele Seiten des Futters mussten per Hand an den Wollstoff genäht werden. Das gleiche galt auch für den Saum, der komplett per Hand geschlossen werden musste. Wenn man die Schnelligkeit der Maschine gewohnt ist, ist das „mit der Hand nähen“ schon echt mühsam. „Wie das wohl vor der Erfindung der Nähmaschine gewesen sein muss“, fragt man sich gleich. 

Auch wenn dieser Part nicht mein liebster war, so hat es doch Spaß gemacht, dem Cape immer mehr bei der Fertigstellung zuzusehen. Was ein geschlossener Saum und erst ein schönes Futter so ausmache können, ist unglaublich. Mit einem Mal schaut das Kleidungsstück perfekt aus. Ich liebe diesen Moment.

Statt 4 Knöpfen habe ich nur zwei angebracht, da das meiner Meinung nach komplett ausreicht.

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Et voilà – fertig ist das kuschelige, selbstgenähte Cape mit integriertem Schalkragen.

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Das habe ich am Schnittmuster verändert

Der ursprüngliche Schnitt des Capes ist aus der Burdastyle 8/2013 Nummer 122. Ganz identisch ist das Cape zu dem aus der Anleitung aber nicht. Das habe ich geändert:

  • Von Größe 34/36 auf Größe 32/34 verkleinert
  • Eine Rückenfalte im mittleren Rückenteil im Stoffbruch gelegt
  • Den Kragen nach bestem Wissen und Gewissen angenäht – sicher nicht korrekt 🙂
  • Statt 4 Knöpfen, 2 angenäht

Besitzt ihr ein Cape oder habt vielleicht sogar schon eines genäht?

Ich werde mir an diesem wunderbaren frühlingshaften Tag jetzt erstmal mein neues Kunstwerk umwerfen und die Sonne genießen! Habt einen schönen Tag!

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