Kunst & Kultur

The Crown Staffel 3 Rezension – Geschichte, Spannung & beeindruckende Kostüme

28. Dezember 2019
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[Unbezahlte Werbung] Mitte November war es wieder so weit – eine neue Staffel „The Crown“ kam heraus. Ich fieberte schon Wochen, ja sogar Monate vorher auf diesen Tag hin. Endlich ging sie weiter, die spannende, turbulente Historie über die Queen, die königliche Familie und die britische Kultur. Also machte ich es mir auf dem Sofa bequem und tauchte ein in das London der 60er und 70er Jahre.

Über The Crown – Um was es geht und was ich daran liebe

The Crown zeigt seit 2016 in mittlerweile drei Staffeln, das Leben der Queen, mit Fokus auf die politischen Turbulenzen, die sie zu bewältigen hatte. Aber auch familiäre Dispute und Anspannungen, persönliche Differenzen und die Entwicklung des Denkens und der Einstellung der britischen Monarchin werden raffiniert thematisiert.

Zeitgleich ist die Netflix-Serie wie ein spannender Dokumentarfilm. Situationen, die zu der jeweiligen Zeit in den Medien heiß debattiert wurden, wie Naturkatastrophen, der Wechsel des Parlaments oder die Unnahbarkeit des Königshauses sind spannend, lebendig und verständlich aufbereitet. Jede einzelne der Folgen der mittlerweile drei Staffeln ist packend und wie eine neue Geschichte, da in den meisten Fällen ein Thema auch nur in einer Folge behandelt wird. Jede Folge birgt somit eine neue spannende Wendung, die vorher nicht zu erahnen war.

Das Schöne an The Crown: Die Serie basiert auf wahren Begebenheiten, wird chronologisch erzählt und hebt Meilensteine – positive wie negative – der königlichen Familie hervor.

  • Veröffentlicht: 17.11.2019
  • Genre: Drama
  • Anzahl Folgen: 10 pro Staffel

Meine anfängliche Skepsis gegenüber der dritten Staffel „The Crown“

Eine logische Folge einer Serie, die ein aufregendes Leben einer ganzen Familie erzählen soll: Die Schauspieler müssen altern, damit die Serie authentisch bleibt. Dementsprechend stand der schon lange angekündigte Wechsel des Casts bevor. Ich muss zugeben, Claire Foy als die Queen und Matt Smith als Prinz Philip, sind mir innerhalb der ersten zwei Staffeln sehr ans Herz gewachsen und ich konnte und wollte mir nicht vorstellen, dass sie nicht mehr Teil der Serie sein würden.

Daher klickte ich mit großer Vorfreude, aber auch mit großer Skepsis auf Play, als die Serie endlich auf Netflix veröffentlicht wurde.

Und tatsächlich muss ich sagen, tat ich mir am Anfang schwer mit Olivia Colman, der neuen Besetzung für die Queen. Sie sieht der Queen zu der Zeit, die thematisiert wird, tatsächlich sehr ähnlich, daher ziehe ich meinen Hut vor Filmregie und -produktion, trotzdem musste ich mit ihr erst warm werden. Claire Foy war in den ersten zwei Staffeln schon sehr vorsichtig, was den Ausdruck von Emotionen betrifft, das war ganz klar aber auch Teil ihrer Rolle. Und auch Olivia Colman musste diesen Charakterzug selbstverständlich in ihrem Schauspiel darstellen. Das ist ihr sehr gut gelungen, doch hat es aus diesem Grund auch etwas gedauert, bis ich von der neuen Queen ein Fan war. 

Schön waren auch die Verbindungselemente der vergangenen Staffeln mit der neuen, der trotz des Cast-Wechsels gut gelungen ist. So fand ich die Gestaltung der Briefmarken, einmal mit Claire Foy und einmal mit Olivia Colman zuerst irritierend, dann aber einen guten Schachzug, um die Staffeln und somit die zwei Frauen, die eine darstellen sollten, zu verknüpfen. So wurde nicht einfach unter den Tisch gekehrt, dass die Queen ihr „Aussehen“ verändert hat, sondern ganz klar gezeigt, dass die jüngere Queen ein Teil der älteren Queen aus Staffel drei ist.

Es geht weiter – das dachte ich mir nach der ersten Folge der 3. Staffel

ACHTUNG SPOILER!

Da saß ich nun in meinem Ohrensessel und hörte endlich wieder die wunderschöne Filmmusik des Intros.

Natürlich ist die erste Folge der neuen Staffel erst einmal ein „Umgewöhnen“. So viele neue Gesichter – die Kulisse ist vertraut und gibt der Serie die Wiedererkennung, die man in der ersten Folge braucht.

Inhaltlich wird es sehr politisch und die neue Staffel wird neben der Veränderung des Casts auch mit dem Wechsel des Parlaments eingeläutet. Gefallen hat mir, dass auch Winston Churchill noch einen Auftritt in der ersten Folge der neuen Staffel hatte. So wird ein fließender Übergang zwischen den Staffeln geschaffen, was meiner Meinung nach auch nötig ist, nachdem zwischen Staffel 1 und 2 eine doch lange Pause war.

Gleichzeitig ist der Zuschauer, wie auch Olivia Colman als Queen, gleichermaßen unsicher, welche Rolle nun der neue Premierminister Harold Wilson spielt. Ist er der Freund oder der Feind? Die Suche nach dem „Bösen“ in der Folge macht die Folge spannend und ist ein guter Auftakt, um die Veränderungen aufzuzeigen – in Bezug auf den Cast, das Jahrzehnt und die Politik.

Kurz – ich musste nach der ersten Folge direkt die zweite anschauen, weil mich die Serie mit einem Schlag wieder gepackt hat. Ich wollte sofort wissen, wie es weiter geht und war gespannt auf das, was mich noch erwarten würde.

Meine 3 Highlights der 3. Staffel The Crown

Ich muss zugeben, mich hat die komplette Staffel in den Bann gerissen. Ich kann tatsächlich keine Folge nennen, die mir nicht gefallen hat und es ist schwer die Highlights herauszupicken. Die Serie vermittelt soviel mehr als die bloßen Bilder, die man sieht. Die ganzen verstrickten politischen Situationen und die familiären  Beziehungen, die Gefühle jedes einzelnen, sei es Liebe oder das Gefühl nicht respektiert zu werden, die persönliche Entwicklung der verschiedenen Charaktere, wird nicht unbedingt direkt in den Mittelpunkt gerückt, aber doch sehr gut deutlich. 

Die Wahl fiel mir nicht leicht, trotzdem habe ich mich auf drei Folgen festgelegt, die mich besonders beeindruckt haben.

ACHTUNG SPOILER!

Highlight #1: Prinzessin Margarets Reise nach Amerika

Die Schwester der Queen hat in den ersten zwei Staffeln auch etliche Sympathiepunkte von mir bekommen. Die Schauspielerin Vanessa Kirby, die die aufgeweckte Margaret in Staffel eins und zwei spielen durfte, wurde selbstverständlich auch ersetzt und ist weiterhin ein quirliges Komplementär zur beherrschten Queen Elizabeth II.

Prinzessin Margaret als Helena Bonham Carter bekommt auch bei dieser Staffel wieder ihren großen Auftritt. In verschiedenen Folgen werden die unterschiedlichen Persönlichkeiten der Schwestern dargestellt. Was mich jedoch am meisten beeindruckt hat, war die Darstellung der zwei „Welten“, während der Amerika-Reise von der Prinzessin.

Dabei war es nicht ihre unkonventionelle Herangehensweise an das politisch verzwickte Verhältnis, das sie lösen sollte, sondern die bildliche Darstellung dieser Unterschiede zwischen den zwei Schwestern.

Das Bild war farbenfroher, bunter, die Outfits von Margaret spiegelten ihre flippige Art wider und generell wirkte ihr Auftritt um Welten moderner und mehr „Promi-Like“, als die Szenen mit Olivia Colman als die Queen. 

Diese bildliche Gestaltung, sei es in Farbgebung, Kostümbild und Musik haben die inhaltlich offensichtlichen Unterschiede faszinierend positiv unterstützt. 

Highlight #2: Die Naturkatastrophe von Aberfan

Diese Folge war für mich eine der spannendsten der dritten Staffel. Schon der Aufbau der Folge lies auf eine Katastrophe vermuten und machte die Handlung nur dramatischer. Die gesamte Situation wurde sehr verständlich und nachvollziehbar geschildert.

Man spürt richtig, wie Olivia Colman innerlich abwägt, wie sie sich nun in der verzwickten und gleichzeitig dramatischen Situation verhalten soll. Und insgeheim fiebert man als Zuschauer richtig mit, wie die Queen nun handeln würde.

Besonders der Vermerk aus dem wahren Leben der Queen am Ende der Folge machte diese zu einem meiner persönlichen Highlights der dritten Staffel.

Highlight #3: Prinz Charles’ Investitur

Endlich treten die Kinder der Queen auf! Darauf habe ich gewartet. Die Beziehungen innerhalb der Familie werden generell verständlicher von Folge zu Folge und so auch die Persönlichkeiten der Kinder.

Prinz Charles ist meiner Meinung nach extrem gut getroffen – die Wahl fiel auf Schauspieler Josh O’Connor, der mit dem jungen Prinz Charles wirklich Ähnlichkeit hat. Die Beziehung zu seiner Mutter und Schwester wird über mehrere Folgen sehr gut nachvollziehbar. Und auch sein Charakter ist gerade durch seinen Aufenthalt in Wales für den Zuschauer greifbar.

Die Investitur zeigt die persönliche Entwicklung und in gewisser Weise auch Rebellion des Prinzen. Die gesamte Szenerie wurde sehr gut inszeniert und nachgestellt, wenn man diese mit Fotografien aus der „Wirklichkeit“ vergleicht. 

Die Hutwahl der Queen war zu jener Zeit generell gewagt und passend zum Jahrzehnt unkonventionell. Die Wahl des Outfits an jenem Tag wurde außerordentlich gut nachgestellt.

Was mich persönlich sehr berührt hat, war die Beziehung, die Josh O’Connor als Prinz Charles in dieser Folge zu seinem Lehrer aufbaute, der ihn anfangs nicht unterrichten wollte. Diese Verbindung ist ein klassisches Motiv, das aufzeigt, dass sich Vorurteile oft nicht bestätigen. 

Wer könnte The Crown Staffel 3 mögen?

Jeder, der sich ein wenig für die königliche Familie oder die britische Kultur und Politik interessiert, wird diese Serie verschlingen. Sie greift wichtige Schlüsselereignisse der Regentschaft der Queen auf und überzeugt durch fantastische Kulisse und Kostüme, die Liebe fürs Detail zeigen. Die Wahl des Casts ist sehr gewissenhaft vorgenommen worden und dadurch, dass die Serie auf wahren Begebenheiten basiert, nicht nur Unterhaltung, sondern gleichzeitig auch Zeitgeschichte und Allgemeinbildung.

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