Selbstgenähte Geschenke

Scrunchie selber nähen – Mit wenigen Nadelstichen zum Retro-Haargummi

19. Dezember 2019
Scrunchie-selber-naehen-anleitung-vorlage

Jaja, irgendwie kommt alles wieder, oder? Auch der beliebte Scrunchie! Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich in meiner Kindheit Mengen dieser großen, flauschigen Haargummis – auch Scrunchies genannt – hatte. Plötzlich waren sie out und siehe da, jetzt haben sie ihr Comeback! Wer hätte das gedacht? Richtig kombiniert machen diese kleinen 90er-Relikte aber wirklich was her. Weil ich Scrunchies wirklich gerne mag, zeige ich dir ein super einfaches Nähtutorial, biete dir eine Vorlage zum Download und gebe Stylingtipps für das kleine Haaraccessoire.

Was sind Scrunchies überhaupt? Zugegeben, die englische Bezeichnung für den großen Haargummi kannte ich früher auch nicht. Doch mittlerweile hat sich der Name durchgesetzt. Aus dem Englischen von „to scrunch“, gibt der Name genau das wider, was sich hinter dem weichen, großen Haaraccessoire verbirgt: ein flauschiges Etwas, das super „zusammengedrückt und zerknüllt“ werden kann. Noch dazu macht sich der Haargummi besonders gut im Haar, denn er fällt auf und peppt so das ein oder andere Outfit perfekt auf.

Scrunchie nähen – Was du dafür brauchst 

Die Einkaufliste für selbstgenähte Haargummis ist übersichtlich. Etwas Stoff, ein Stück breiten Gummi, etwas Garn, et voilà, das war’s auch schon! 

Mir gefallen die Zopfgummis besonders gut mit ausgefalleneren Stoffen, wie beispielsweise Samt oder auch Cord. Aber auch Baumwollstoffe eignen sich perfekt als Stoff für deine Scrunchies.

Der Gummi, der eingenäht wird, kann schmal oder auch breit sein. Mit der breiten Option finde ich persönlich den Haargummi jedoch „bequemer“ – aber wie gesagt, wenn ihr nur schmales Gummiband zuhause habt, braucht ihr nicht extra ein breites kaufen.

Die Einkaufsliste für DIY-Haargummis:

  • 45cmx10cm Stoff
  • 17cm Gummiband (im Idealfall 1cm breit, muss aber nicht sein)
  • Passendes Garn zum Stoff
  • Einige Stecknadeln
  • Eine Nähnadel

Tipp: Bei dünnem Haar sollte der Scrunchie natürlich nicht überdimensional aussehen, daher kannst du natürlich bei der Stoffmenge variieren. Bei feinem oder wenig Haar empfehle ich 35cmx 8cm Stoff und etwa 15cm Gummiband.

Näh-Tutorial Scrunchie nähen – So zauberst du den großen Haargummi

Gute Vorbereitung ist alles! Schneide dir also das Stück Stoff zurecht, miss das Gummiband ab, krame ein paar Stecknadeln und passendes Garn aus und schon kann es losgehen!

Zuerst klappst du das Stück Stoff längs zusammen, sodass die rechte – also die Außenseite des Stoffs – innen ist und nicht mehr zu sehen ist. Im Anschluss steckst du mit Stecknadeln den Schlauch an der offenen Seite zusammen, damit er sich beim Nähen mit der Nähmaschine nicht verzieht und die Naht gerade wird. Wichtig: Beginne mit der Naht NICHT direkt an der Kante, sondern lasse am Anfang und am Ende etwa 1cm Platz.

Nun einmal mit einem geraden Stich an der Kante entlang nähen mit etwa 5mm Abstand zum Stoffrand (Nahtzugabe). Am besten setzt du zu Beginn und am Ende noch eine Rückwärtsnaht, um die Naht zu festigen, so sparst du dir das Vernähen und die Naht hält ganz sicher.

Im nächsten Schritt wird der Schlauch gewendet. Du holst also die Außenseite des Stoffs, in meinem Fall die samtige Seite, wieder vor.

Und nun kommt der schwierigste und nervigste Step beim Haargummi nähen: die Enden zusammensteppen, also zusammennähen. Das erfordert einiges an Geduld und ist eine ganz schöne Fuselarbeit. Gerade wegen dieses Steps empfehle ich den Scrunchie nicht zu klein zu machen, denn dann wird es nicht einfacher!

Also du nimmst beide Enden des Schlauchs und legst die Kanten, die ja noch 1cm geöffnet sind, Kante an Kante mit dem anderen Ende aufeinander. Wichtig: die rechten, also samtigen Seiten, liegen aufeinander. Jetzt nimmst du wieder eine Stecknadeln zur Hand und steckst die zwei Schlauchenden Stück für Stück aufeinander. Gerade bei dickeren Stoffen, wie Feincord, ist das echt eine Challenge, da der Stoff weniger flexibel ist. Nach etwas Fuselarbeit solltest du einen „Halbkreis“ gesteckt haben – ganz schließen lässt sich der Schlauch natürlich nicht. Das ist auch richtig so, schließlich muss der Gummi noch durch! Also nähst du nun an den Stecknadeln entlang einen Halbkreis, damit die Schlauchenden fest aufeinander halten.

Glückwunsch! Das Schlimmste ist überstanden. Jetzt schnappst du dir den Gummi und schiebst ihn durch den Schlauch. Einfacher ist es, wenn du an ein Ende des Gummibands eine Sicherheitsnadel machst und diese durch den Schlauch fuselst. Wenn beide Enden wieder das Tageslicht sehen, ab damit unter den Nähfuß. Mit einigen Stichen lässt sich der Gummi zusammennähen und hält so jeder Frisur Stand. 

Jetzt lässt sich der Haargummi schon ganz gut erkennen und tatsächlich steht nur noch ein To-do an: Das Zusammennähen des entstandenen Lochs. Hier kannst du entweder die Nähmaschine nehmen oder es mit der Hand zunähen. Ich persönlich bevorzuge letzteres, da die Stiche mit der Hand einfach unauffälliger sind.

Et voilà: Fertig ist der dunkelgrüne Samt-Scrunchie.

Den Retro-Haargummi selbst nähen: Scrunchie-Schnittmuster zum Download

Wenn es schnell gehen muss, ist es am einfachsten, einfach ein Stück Papier auf den Stoff zu legen. Aus diesem Grund habe ich dir hier mein kostenloses Scrunchie-Schnittmuster bereitgestellt. Einmal für normales bis dickes Haar und natürlich auch für feineres Haar.

Geschenk, das von Herzen kommt: Haargummi selbst nähen und verschenken

Na, hast du auf die Uhr geschaut? Das ganze dauert wirklich nicht lang. Kommt aber dennoch von Herzen – perfekt also, als kleines, selbstgenähtes Geschenk für eine Freundin. Bedenke ihre Lieblingsfarbe und Haardichte und schon kann es losgehen. Packe den Scrunchie mit einem kleinen Label „selbstgenäht“ in eine hübsche Schachtel, mache eine Schleife herum und fertig ist die ganz besondere Aufmerksamkeit. 

Wie style ich einen Scrunchie? 3 schnelle, elegante Frisuren

Die großen opulenten Haargummis wirken schnell kitschig und falsch kombiniert auch alles andere als elegant. Daher zeige ich dir 3 simple Frisuren, die trotz Retro-Haargummi super schick aussehen.

Tiefer Dutt

Binde dein Haar im Nacken mit einem schmalen Haargummi zusammen und drehe es zu einem Dutt auf. Befestige die Strähnen mit Haarnadeln und setze den Scrunchie darauf.

Hoher Zopf

Muss ich dazu was sagen? Ganz easy: einfach einen hohen Zopf binden und entweder mit dem Scrunchie binden oder noch einen kleineren Haargummi darunter binden.

Halber französischer Zopf

Flechte dein gesamtes Haar in einen französischen Zopf ein und stoppe mit dem Flechten im Nacken. Befestige den Zopf nun mit dem Scrunchie und lege das übrige Haar in leichte Wellen.

Samt-Scrunchie vs. Cord-Scrunchie

Das Schöne an selbstgenähten Scrunchies ist: du kannst sie so machen, wie es dir am besten gefällt. Ich habe mich einmal an dunkelgrünem Samt und einmal an bordeaux-rotem Feincord versucht. Beide Haargummis gefallen mir richtig gut. Der Cord-Scrunchie ist viel fester, als der Samt-Crunchie, einfach weil der Stoff schon von vornerein viel mehr Stand hat. Daher ist der Samt-Crunchie viel angenehmer zu tragen, gerade wenn man wie ich, eher feines Haar hat.

Was ich sonst noch mit meinem geliebten Bordeaux-roten Feincord genäht habe, liest du im Artikel „Wickelrock aus Cord – Winterrock ganz simpel selbst genäht„.

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