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Wickelrock aus Cord – Winterrock ganz simpel selbstgenäht

27. November 2019
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[Unbezahlte Werbung] Cord erlebt seit einiger Zeit ein Revival. Lange verpönt, gehören Trendteile in dem fein samtigen Material jetzt wieder in jeden Kleiderschrank. Ich zeige dir, wie ich mit einem wunderschönen roten Cordstoff einen Winterrock genäht habe. Eines sei vorweg gesagt – die Knöpfe verbergen ein kleines Geheimnis.

Wickelröcke hatte ich als Kind einige. Auch ein Cordkleid ist mir in Erinnerung geblieben. Noch vor einigen Jahren fragte ich mich, wie es kam, dass Cord so beliebt war. Heute kann ich es durchaus wieder nachvollziehen. Der Stoff ist so winterlich und gemütlich, hält gut warm und hat diesen ganz besonderen, samtigen Schimmer.

Besonders schön finde ich Cord- oder auch Wildleder-Patches an Strickpullis und Krägen. Sie hauchen jedem Pulli und jeder Jacke gleich etwas Elegantes, Britisches ein. 

Es ist ja nichts Neues, dass Cord wieder zum guten Ton gehört, trotzdem hat es einige Zeit gedauert, bis ich mich an mein erstes Nähprojekt mit Cord heranwagte.

Der Stoffkauf – darum liebe ich meinen roten Cordstoff so

Bei diesem Stoff war es Liebe auf den ersten Blick. Er war reduziert und sobald er mir ins Auge sprang, schnappte ich mir den Stoffballen und ließ ihn nicht mehr los. Der Stoff hat so eine wunderschöne bordeaux-rote Farbe. Zum einen erinnert er mich an die gefärbten Bäume im Herbst, zum anderen aber auch schon an Weihnachten. Die perfekte Farbe also für meinen Winterrock.

Besonders gefiel mir auch, dass es sich bei dem Stoff um Feincord handelte. Es war also nicht dieser schwere, grobe Cord, sondern ein wirklich feiner Stoff, mit dem auch meine Nähmaschine sehr gut klarkam.

Fun Fact: Ich bin sogar zwei Mal in den Laden und habe mir Nachschub von dem tollen Stoff besorgt.

Das Schnittmuster meiner Wahl: Ein Wickelrock sollte es sein

Nächster Schritt: das ideale Schnittmuster finden. Klar, ich hatte schon als ich den Stoff sah einen Plan, doch der Schnitt musste erst noch gefunden werden.

Ich wollte keinen glockigen Rock, sondern einen geraden Rock, der aber trotzdem schöne Details hat. Nachdem Wickelröcke ohnehin überall zu sehen sind und ich sie noch dazu wirklich praktisch finde, war meine Wahl schnell auf ein Modell aus der Burda easy (FS/2017 – Minirock 3A) gefallen. 

Simpel, schön und schnell – das perfekte Nähprojekt für Zwischendurch

Nähprojekte, an denen man nicht Tage und Wochen sitzt, sind mir die liebsten. Mit etwas Stoff und ein wenig Zeit lassen sich so innerhalb kürzester Zeit wunderbare Sachen schaffen. Gerade so ein Wickelrock ist daher meiner Meinung nach ein schönes Einstiegsprojekt, denn der Schnitt besteht aus wenigen Teilen, die relativ gut nachvollziehbar einfach aneinander genäht werden müssen. Dann die Knöpfe – auf die ich im nächsten Absatz zu sprechen komme – und fertig ist ein eleganter Rock für jeden Tag.

Für meine Variation des Rocks braucht es lediglich drei große Schnitteile und 3 kleine Teile für den Besatz. Auf ein Band zum Zubinden habe ich verzichtet und mich stattdessen für Knöpfe entschieden.

Los ging es also mit den Abnähern der rückwärtigen Rockbahn. Ich nähe wirklich gerne Abnäher, denn diese kurzen Nähte bringen ein einfaches Stück Stoff schon so in Form – das fasziniert mich jedes Mal. Danach geht’s schon an die Seitennähte und dann an Saum und vordere Kanten. Die Länge des Rocks habe ich individuell angepasst. Ich wollte auf gar keinen Fall, dass der Rock zu „Mini“ wird, daher habe ich bei der Länge noch etwas gespielt. 

Die mit Vlieseline verstärkten Besatzteile im Anschluss an die obere Rockkante heften, nähen, umklappen und mit der Hand annähen – und FAST fertig ist der Wickelrock.

Für mich kam danach der zeitaufwändigste Teil. Mehr dazu im nächsten Absatz!

Das Geheimnis der Knöpfe an meinem Cord-Wickelrock

Ich hatte ja schon angekündigt, Knöpfe waren im Schnittmuster eigentlich nicht angedacht. Doch große Knöpfe an Röcken, Kleidern und Hosen sind aktuell einfach ein Muss und noch dazu richtig schön. Daher habe ich mir drei braune Knöpfe besorgt. Zugegeben, Knöpfe annähen gehört nicht zu meinen Stärken. Weder mit der Hand, noch mit der Maschine macht mir das sonderlich Spaß. Außerdem hatte ich schlichtweg etwas Bedenken, ob ich durch die Knopflöcher meinen bis dahin echt gelungenen Rock nicht zerstören würde.

Daher habe ich kurzen Prozess gemacht und die Knöpfe kurzerhand zu Fake-Knöpfen umfunktioniert. Doch wie schließe ich denn den Wickelrock dann? – Ganz einfach mit Druckknöpfen. 

Einen Druckknopf braucht man ohnehin, auch wenn man sich für ein Bindeband entscheidet, um den Rock unter der Vorderseite schon zu befestigen. Auch ein Grund, weshalb ich Wickelröcke gerne mag, man kann sie individuell auf den Körper „schneidern“. Je nachdem, wo du den Druckknopf mit der Handzange befestigst, wird dein Rock weiter oder enger.

Damit der Rock auch authentisch fällt, habe ich unter den Fake-Knöpfen noch 3 weitere Druckknöpfe befestigt. So wirft der Rock bei Bewegung auch Falten, die vermuten lassen, dass die klassischen Knöpfe tatsächlich den Rock zusammenhalten.

Große Knöpfe habe ich auch bei meinem Trench-Rock angebracht. Die Lederknöpfe waren in diesem Fall aber keine Fake-Knöpfe, sondern der tatsächliche Verschluss des Retro-Rocks. Welches Schnittmuster ich für das Vintage-Modell verwendet habe, verrate ich dir im dazugehörigen Blogbeitrag „Herbstliebe – Retro-Rock selbsgenäht„.

Diese Dinge habe ich am Burdastyle-Schnitt abgeändert

  • Länge auf meine Körpergröße angepasst
  • Das Bindeband weggelassen und stattdessen den Rock mit Druckknöpfen geschlossen
  • 4 Druckknöpfe als Verschluss und 3 klassische, große Knöpfe zur Zierde angebracht

So kombiniere ich meinen selbstgenähten Cordrock am liebsten

Am liebsten trage ich den Rock mit einer leicht blickdichten schwarzen Strumpfhose und einem schwarzen Rollkragenpulli. Ich finde, so kommt die wunderschöne Farbe besonders toll zur Geltung. Schmale schwarze Chelsea Boots und dezenter Goldschmuck runden den Look ab. Außerdem greife ich das Rot des Rocks mit passend rotem Lippenstift auf. 

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