Kleidung | Nähprojekte

Herbstliebe – Retro-Rock selbstgenäht

1. November 2019
Retro-Rock

[Unbezahlte Werbung] Ich liebe Röcke – gerade, wenn sie einen Hauch von Vintage in sich tragen. So liegt es nahe, dass ich genau solch einen Rock genäht habe. Doch ich hatte eine genaue Vorstellung, wie dieser Retro-Rock auszusehen hat. Im Artikel verrate ich dir, welches Schnittmuster ich verwendet habe und mit welchen Problemen ich zu kämpfen hatte.

Eine Hommage an den Herbst – Was mich so verzaubert

Der Übergang von Sommer zu Herbst kommt so plötzlich – so kam es mir zumindest in den letzten Jahren immer vor. Mit einem Mal ist es nachts eiskalt, es duftet nach feuchtem Laub, Blätter liegen auf den Gehwegen und die Bäume erstrahlen in wunderschönen, warmen Farben. 

Der Herbst, so verhasst er meist ist, hat aber auch etwas Zauberhaftes. Ja, er ist regnerisch und ungemütlich, aber gleichzeitig strahlt er auch eine Geborgenheit aus. Kastaniensammeln, lange Spaziergänge und die erste heiße Schokolade im Lieblingscafé – all dies macht die Monate besonders. Das Faszinierendste für mich sind aber die Farben. Das Bordeauxrot, die Cognac- und Cameltöne, das Kastanienbraun scheinen schier perfekt. Sie drücken so eine Stimmung aus, dass ich den Herbst einfach lieben muss. Gut, an den verregneten Tagen wünsche ich mir natürlich auch den Sommer zurück, aber auch diese Tage gehören dazu.

Selbstgenähter Retro-Rock: Darf ich präsentieren, mein neuestes Nähprojekt

Doch nun habe ich lang genug meine Hommage an den Herbst formuliert und komme mal auf den Punkt: Eines meiner neuesten Nähprojekte. Ich liebe Retroschnitte, insbesondere Röcke. Knieumspielende Röcke erinnern mich nicht nur an die wunderschönen schwarz weiß Fotos meiner Großmütter aus jungen Jahren oder meinen liebsten Grace Kelly Film, nein sie transportieren dieses Gefühl von purer, zeitloser Eleganz. 

Genau aus diesem Grund habe ich mich einem solchen Schnittmuster zugewandt.

Camelfarben sollte der Rock sein und eine Knopfleiste an der Vorderseite haben. Gesagt, getan. Mit einem Schnitt aus der Burdastyle (06/2019 Rock 113), den ich leicht abgeändert habe, machte ich mich an mein Nähprojekt.

Die schwierige Stoffsuche für den Retro-Rock im Trench-Style

Kennst du das, wenn man zu genaue Vorstellungen von einem Stoff und einer Sache hat, dann ist es einfach unfassbar schwer, genau diesen einen Stoff auch zu finden? Jetzt lebe ich schon in einer Großstadt und die Stoffläden liegen mir zu Füßen, doch trotzdem war es eine echte Herausforderung, meinen Traumstoff zu finden.

Die Farbe war Pflicht – es sollte ein Trenchcoat-Braun sein. Klar, Trenchcoats haben unterschiedliche Farben, doch ich meinte diesen klassischen Braunton. Am besten sollte der Stoff auch von der Haptik an einen Trenchcoat erinnern – robust aber auch irgendwie leicht. 

Durch diese Vorstellung wollte ich dem Retro-Rock einen britischen Touch verleihen und schlichtweg klassisch und zeitlos gestalten.

Nach einigen Wochen jedenfalls habe ich dann den Stoff gefunden, den ich mir vorgestellt hatte. Besonders toll war, dass er sogar heruntergesetzt war, sodass die sechs Knöpfe der Vorderleiste im Verhältnis richtig teuer waren.

Mitternachtsnähen – So entstand der Retro-Rock im Trenchcoat-Style

Ich liebe es, bis spät in die Nacht zu nähen und unfreiwillig ist das auch bei diesem Nähprojekt mal wieder passiert.

Das schöne am Nähen ist einfach, dass man im ersten Moment nur ein Stück Stoff in der Hand hält und ehe man sich versieht, mit den ersten Abnähern und Nähten das fertige Kleidungsstück schon erahnen kann. So war es auch hier. Mit den zwei Abnähern an der Vorder- und Rückseite war der Stoff schnell in Form gebracht und steigerte die Vorfreude auf meinen Retro-Rock, den ich schon so lange nähen wollte. Was mich sonst noch am Nähen fasziniert verrate ich dir auf meiner Über mich Seite.

Die Anleitung war gut zu verstehen und schnell umzusetzen. Was mir jedoch auffiel, als ich den Rock das erste Mal „anziehen“ konnte, mit zahlreichen Nadeln, fehlendem Bund und nicht existenten Knöpfen war, dass der Rock sehr opulent war. Und das haben die zwei Taschen an den Seiten natürlich verstärkt. Ich bin wirklich ein Fan von Taschen an Röcken, aber bei diesem Modell war mir klar, dass sie dem Rock seine Leichtigkeit stehlen würden. Daher habe ich etwas gemacht, was ich wirklich immer versuche zu vermeiden: Nähte aufgetrennt und die Taschen wieder abgenommen. Aber im Nachhinein muss ich sagen, dass ich froh bin, es gemacht zu haben, denn durch den Faltenwurf ist der Retro-Rock schon schwungvoll genug.

Die nächste Herausforderung bestand darin, die Gürtelschlaufen anzunähen und wenn ich ehrlich bin, weiß ich immer noch nicht, ob ich das richtig gemacht habe! Ich habe die Anleitung gefühlt 100 Mal durchgelesen und es 1:1 so gemacht, wie beschrieben. Doch trotzdem bin ich mir unsicher, ob es wirklich so aussehen sollte, wie es bei meiner Version aussieht. Die Schlaufen enden nämlich auf der Innenseite des Rocks auf der Hälfte des Bunds – egal, ob richtig oder falsch – man sieht es ohnehin nicht! 

Next Step: Knöpfe annähen. Ich muss zugeben, das gehört absolut nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Aber mit etwas Rest-Motivation war auch das schnell geschafft – et voilà! Der Retro-Rock ist bereit für elegant klassische Looks egal, zu welcher Jahreszeit!

Individueller Touch – das habe ich abgeändert

Nicht alles an dem Schnitt gefiel mir, aber so ist das ja meistens. Das ist das Tolle am Nähen: Man kann die Kleidung so gestalten, dass sie einem wirklich gefällt und zu einem passt.

Diese Dinge habe ich vom Burdastyle-Schnitt abgeändert

  • Gürtel und Schließe weggelassen, da mir das einfach nicht gefiel
  • Die Taschen wieder abgenommen, da der Rock sonst zu opulent war
  • Anderen Stoff gewählt
  • Den Schnitt zwei Größen kleiner abgemalt

Mein neues Lieblingsteil: Deshalb liebe ich den selbstgenähten camelfarbenen Retro-Rock

Der Rock ist klassisch, elegant und gleichzeitig auch einfach trendy. Knieumspielende Röcke sind schon seit dem vergangenen Sommer wieder total in. Ganz nach dem Motto Back-to-the-roots, darf es zurzeit gerne etwas länger sein. Miniröcke haben absolut ausgedient. 

Meine Trench-Interpretation des Rocks zaubert etwas Brit Chic zu jedem Outfit, das mit dem Rock kombiniert wird. Die Erdfarbe lässt sich super easy kombinieren und passt einfach in jede Jahreszeit – gerade, weil das Material des Stoffs nicht zu leicht, aber auch nicht zu schwer ist.

Retro-Rock kombiniert: Meine liebsten Outfit-Kombis

Was mir persönlich sehr gut zu dem Farbton gefällt, sind dunkle Bordeauxtöne. Sie spiegeln nicht nur die herbstlichen Farben wider, sondern harmonieren einfach perfekt miteinander. Aus diesem Grund trage ich jetzt, wo es schon deutlich kühler wird, sehr gerne meine bordeauxfarbenen Stiefeletten dazu, in Kombi mit einem schwarzen Shirt und meinem kuscheligen Wollmantel.

Bei warmen herbstlichen Sonnenstrahlen, macht eine große Sonnenbrille und eine passende Handtasche den Retro-Look einfach perfekt. 

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