Inspiration | Interior

7 Tipps für das Nähen in einer kleinen Stadtwohnung

29. März 2020
naehschrank-geoeffnet-mit-naehmaschinen

Nähen ist Chaos! Alleine die ganzen Fäden, die nach einmal Stoffschneiden überall herumfliegen, die Papierbögen, die Stofffetzen, die vielen Schnitteile. Und dann noch das meist große Stoff- und Zutatenlager, das sich ganz automatisch bildet! Wenn man nicht gerade ein Nähzimmer hat, kann diese Situation schnell in Unordnung ausarten. Ich gebe euch 7 Tipps für organisiertes Nähen auf kleinem Raum!

Ich befinde mich selbst in dieser Lage. Ich lebe in einer kleinen, aber sehr feinen Wohnung mitten in der Großstadt. Ich vermisse hier nichts, außer etwas mehr Platz für mein liebstes Hobby, das Nähen! Tja, aber die Not macht erfinderisch. Ich habe 7 Wege entwickelt, wie Nähen möglichst wenig Unordnung und Chaos verursacht. Und so macht es meiner Meinung nach auch gleich noch mehr Spaß!

Tipp #1: Stoffkisten besorgen 

Das größte Problem ist bei mir und vermutlich auch bei euch die Lagerung des Stoffs, oder? Ständig kommt etwas hinzu. Bei fast jedem Projekt bleiben Reste, geschweige denn von den Stoffkäufen, die lange auf die Umsetzung warten. Auch Kleidung, die noch „upgecycled“ werden kann oder auch Zutaten brauchen ihren Platz.

Ich habe mir Kisten besorgt, die unter die Essbank passen und im Notfall auch im Kleiderschrank ein Plätzchen finden würden. Vielleicht hast du ja Platz unterm Bett, eine Speisekammer oder eine großzügigere Garderobe?

Diese Kisten sind natürlich etwas unpraktisch, weil der Stoff, den man braucht, womöglich ganz unten liegt. Aber auch hier gilt: Immer wieder ordentlich ein- und ausräumen, nur so kann das Ganze auf kleinstem Raum ordentlich bleiben. 

Besser als Tüten und Taschen sind die Kisten aber allemal. Außerdem sind schön zusammengelegte Stoffe in den Kisten wesentlich besser aufgehoben und verknittern weniger, als in Tüten.

Tipp #2: Digitales Stofflager anlegen

Das ist eigentlich Punkt Nr. 1.1., denn dieser Tipp von mir hängt ganz eng mit dem ersten zusammen. Alle Stoffe, die in meine Stoffkisten kommen, beschrifte ich mit folgenden Details:

  • Stoffmenge
  • Stoffart
  • Farbe

Von dem kleinen Etikett, das ich an den Stoff hefte, und dem Stoff an sich mache ich dann ein Foto mit dem Smartphone und schiebe es in meinen Bilderordner am Computer. So habe ich immer den Überblick über meinen Bestand und muss nicht lange in den Kisten ohne Plan nach einem passenden Stoff kramen, weil ich ganz genau weiß, was ich so habe.

Wenn ihr viele Kisten habt, könntet ihr noch eine Kistennummer oder ein anderes Kennzeichen auf das Kärtchen schreiben, um direkt in der richtigen Kiste zu suchen. Da ich aber versuche möglichst wenig anzusammeln, habe ich auch ohne Nummerierung einen ganz guten Überblick.

Tipp #3: Aufräumen & staubsaugen

Also ich weiß nicht, wie es bei euch ist, aber ich nähe am Esstisch. Das heißt, ich zwinge mich auch vor jeder größere Nähpause noch richtig aufzuräumen, sodass der Tisch frei ist und man dort auch am nächsten Morgen wie gewohnt frühstücken kann. 

Räumt daher immer die Nähmaschine zurück an ihren Platz, wischt die Flächen ab, um die kleinen Stoff- und Fadenteile zu erwischen und staubsaugt unbedingt, sofern es noch nicht zu spät am Abend ist. Sonst sind die Unmengen an Fäden schnell in der ganzen Wohnung verteilt.

Und glaubt mir, es macht auch einfach viel mehr Spaß am nächsten Tag an einem sauberen Platz zu starten!

Tipp #4: Halbfertige Kunstwerke richtig lagern

Manchmal müssen Pausen sein. Da sind Arbeit, Kurzurlaub oder ich verliere auch mal die Lust, an einem Kleidungsstück direkt weiterzuarbeiten. In so einem Fall rate ich euch, eure Kunstwerke, und wenn sie auch nur halbfertig sind, auf die Schneiderpuppe zu stecken oder auf einen schönen Kleiderbügel zu packen und irgendwo aufzuhängen, wo ihr sie ständig seht. So steigt die Vorfreude weiterzumachen oder die Motivation, es endlich fertig zu bekommen.

Tipp #5: Nähmaschinen als Deko verwenden

Die Nähmaschinen sind doch unsere Heiligtümer, oder? So sollten wir sie auch behandeln! Meine drei Maschinen haben deshalb Platz im Glasschrank gefunden, wo sie jeder Besucher bewundern kann. Ich nenne diesen Schrank immer mein „Nähzimmer“, weil sich dort bis auf die Stoffe alles versteckt, was ich zum Nähen brauche: Die Nähmaschinen, Schnitte und Zutaten. 

naezeitschriften-in-naehschrank

Auch meine liebsten Nähzeitschriften sammle ich dort und nutze sie gleichzeitig als Dekoration. Wichtig auch hier: Den Schrank ordentlich halten!

Tipp #6: Bewusst Stoffe kaufen

Weniger ist mehr. Und da ist die kleine Stadtwohnung vielleicht doch mehr Segen als Fluch. Denn ich persönlich kann keine großen Stoffbestände anlegen, da der Platz fehlt. Gezieltes Stoffkaufen und durchdachte Resteverwertung steht bei mir an der Tagesordnung. Ich kaufe selten etwas auf Vorrat und ich glaube, nur so kann das in einer kleinen Wohnung funktionieren. 

Tipp #7: Papierschnitte lagern

Meine Papierschnitte lagere ich an Kleiderbügeln mit Klemmen. So kann ich sie neben meinen normalen Kleidern in den Kleiderschrank an die Stange hängen. Sie zerknittern nicht, hängen übersichtlich beieinander und gehen nicht verloren.

Schnitteile, die zusammengehören, stecke ich mit einer Stecknadel zusammen. So ist sofort klar, welche Papierteile zueinander gehören.

Bei all den Ratschlägen und Tipps wünsche ich mir aber doch mehr als einmal ein kleines, süßes Nähzimmer, in dem die Nähmaschine immer auf dem Tisch stehen kann und die wunderbaren Stoffe nicht in düsteren Kisten versteckt werden müssen.

Aber was ja nicht ist, kann ja noch werden!

Habt ihr weitere Tipps, um in kleinen Wohnungen ohne großes Chaos zu nähen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.